Die Auswirkungen der UNISEX-Tarife in der Zahnzusatzversicherung

Dass die Versicherungswelt zum 21.12.2012 aufgrund der UNISEX-Umstellung einen Wandel mitmachen muss, haben die meisten in der Zwischenzeit wohl mitbekommen. Fernseh- Plakat- und Radiowerbung gibt es dazu zu genüge. Und auch hier haben wir dieses Thema in den letzten Wochen schon eingehend behandelt. Die grundsätzliche Situation ist klar, Männer, die bisher teilweise deutlich geringere Beiträge zu leisten hatten, müssen in Zukunft mit einer teilweise satten Beitragserhöhung rechnen. Bisher unklar war, wie sich die Beiträge von Frauen entwickeln werden. Während die – wohl auch berechtigte – Annahme von den meisten Verbrauchern in die Richtung ging, dass im Umkehrschluss die Beiträge von Frauen gesenkt werden sollten, also eine Beitragsmittelung vorgenommen werden soll, haben Experten das schon immer anders prognostiziert. Kaum eine Gesellschaft wird sich die Chance entgehen lassen, höhere Beiträge auszurufen. Jetzt, da der Stichtag der Umstellung näher kommt und die ersten Gesellschaften ihre UNISEX-Tarife rausbringen, lassen sich erste Schlußfolgerungen ziehen. Die ersten Beispiele zeigen auf jeden Fall, dass die Experten zum Großteil eine Bestätigung ihrer Prognosen bekommen. Bis zum heutigen Tag, sind uns zwei UNISEX-Tarife schon bekannt, die vorher Bisex-Tarife waren. Wie die Entwicklung der Beitragsstruktur dieser Tarife aussieht, schauen wir uns einfach mal etwas genauer an.

Die Bayerische

Erst letzte Woche haben wir Euch hier die Tarife der der Bayerischen vorgestellt und auch deren Beitragsstruktur genauer unter die Lupe genommen. Die Bayerische ist nun eine der Gesellschaften, von denen die UNISEX-Tarife schon bekannt sind. Das machen wir uns gleich mal zu nutze und schauen anhand von Beispielen die Entwicklung der Beitragsstruktur an.
Hier zunächst noch einmal die aktuelle Situation.

V.I.P. dental Smart V.I.P. dental Komfort V.I.P. Prestige
Frau, 30 Jahre 8,46 € 14,79 € 22,59 €
Mann, 30 Jahre 6,19 € 12,21 € 18,97 €

Betrachtet man die Beiträge unseres 30-jährigen Mustermannes und unser 30-jährigen Musterfrau, sieht das Ganze dann folgender Maßen aus.

V.I.P. dental Smart V.I.P. dental Komfort V.I.P. Prestige
Frau, 30 Jahre 8,54 € 14,39 € 22,66 €
Mann, 30 Jahre 8,54 € 14,39 € 22,66 €

Was von vornherein bekannt war, ist, dass der Mann generell mit höheren Beiträgen zu rechnen hat. Einem Beitrag von 18,97 EUR des Bisex-Tarifes, steht ab dem 21.12.2012 eine Beitragshöhe von 22,66 EUR im UNISEX-Tarif gegenüber. Das ergibt eine Beitragssteigerung von 19%. In der Spitze, etwa in der Alterskategorie von 41 – 42 Jahre, muss ein Mann bei der Bayerischen in Zukunft mit 23% höheren Beiträgen rechnen. Ansonsten ist auffällig, dass die Beitragsentwicklung bei Frauen ungleich ist. Was generell nicht der Fall ist, ist das Eintreten der Hoffnung, dass die Beiträge für eine Frau sinken. In diesem speziellen Fallbeispiel steigen sie sogar im Tarif Prestige auch um 7 CENT. Das ist nun wirklich zu verschmerzen, klar. Aber sie sinken eben nicht generell. Bleiben wir beim Prestige, stellen wir fest, dass die Beiträge für Mädchen und junge Frauen um 4 – 9% steigen. Danach, zwischen 21 und 26 Jahren fallen sie im Vergleich zu den Bisex-Tarifen wieder zwischen 3 und 8 %. In der Periode zwischen 27 und 31 Jahren tut sich fast nicht – die Preise sind nahezu unverändert. Danach fallen sie dann wieder zwischen 2 und 4%. Bis hin zum 57. Lebensjahr. Von da an ist dann wieder mit einer stetigen Steigerung zu rechnen. Bis hin zu 13% höheren Beiträgen im Alter von 88 Jahren. Eine Beitragsmittelung sieht also wahrlich ganz anders aus und war ja auch nicht wirklich zu erwarten.

Die CSS-Versicherung

Schauen wir uns doch die Beitragsentwicklung als nächstes bei der CSS an, der zweiten Gesellschaft, von der uns die neuen Tarife schon vorliegen. Auch hier schauen wir uns erst einmal an, wie die Beitragsstruktur aktuell noch aussieht.

flexi ZB+ZE basis flexi ZB+ZE extra flexi ZB+ZE top
Frau, 30 Jahre 21,30 € 25,31 € 28,83 €
Mann, 30 Jahre 19,34 € 25,31 € 24,84 €

Als erstes fällt hier auf, dass den Tarif flexi ZB+ZE extra schon als UNISEX-Tairf besteht. Dieser wurde erst Mitte diesen Jahres auf den Markt gebracht. Da damals die Umstellung auf UNISEX-Tarife schon bekannt war, ist man hier gleich mit einem UNISEX-Tarif an den Start gegangen. Ansonsten sieht man teilweise schon eine deutliche Unterscheidung der Beitragssumme. Diesen aktuell noch gültigen Tarifen stehen ab dem 21.12.2012 folgende UNISEX-Tarife gegenüber.

zgPremium+zePlus zgPremium+zeSpezial zgPremium+zePremium
Frau, 30 Jahre 25,42 € 30,21 € 36,00 €
Mann, 30 Jahre 25,42 € 30,21 € 36,00 €

Während wir also bei der Bayerischen noch sehen konnten, dass die Frauen zumindest teilweise in einigen Altersstufen entlastet wurden und ab dem kommenden Jahr etwas weniger zu bezahlen haben, ist das bei der CSS gänzlich anders. Hier hat jeder ausnahmslos mit mitunter sehr saftig erhöhten Preisen zu rechnen. Und hier bewahrheitet sich auch noch eine weitere Vermutung von einigen Experten: Die Gesellschaft nutzt diese Umstellung, um generell eine Beitragserhöhung mit auf die Gleise zu setzen. Bei unserem Beispiel von Frau Musterfrau und Herrn Mustermann, beide 30 Jahre, sieht das in Prozent folgendermaßen aus: Zahlt sie aktuell für den flexi.ZB+ZE Basis noch 21,30 EUR, muss sie ab dem kommenden Jahr für den neuen zg Premium + ze Basis 25,42 EUR berappen. Das bedeutet eine Preissteigerung von 19%. Der Mann dagegen muss in dieser Altersklasse eine Preissteigerung von immerhin 31% in kauf nehmen. Noch deutlicher, wird das Ganze, wenn wir uns den Premium-Tarif anschauen. Für die Frau werden 25 (36 EUR statt 28,83 EUR) und für den Mann (36 EUR statt 24,84 EUR) satte 46% mehr an Beitrag fällig. In der Spitze – zwischen 48 und 54 Jahren – schlägt das bei einem Mann mit sage und schreibe 47% zu Buche

Fazit

Noch ist Zeit, noch ist nicht der 21.12.2012, noch hat jeder die Möglichkeit, sich einen der günstigeren Bisex-Tarife zu sichern. Für den Mann so oder so gar keine Frage, das Thema schnell noch in diesem Jahr anzugehen. Und wie unsere zwei Beispiele zeigen, ist es auch für die Frau fast durchweg ratsam, nicht bis zum neuen Jahr mit einer gescheiten Absicherung für die Zähne zu warten. Es sind jetzt zwar erst zwei Gesellschaften, die wir so auswerten können. Allerdings ist sehr stark damit zu rechnen, dass es bei den anderen Top-Gesellschaften nicht anders aussehen wird.

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