Sind schon fehlende Zähne noch versicherbar?

Ein Thema, dass immer wieder aufkommt und doch viele beschäftigt, ist die Frage, ob Zahnlücken – also fehlende Zähne – im Nachhinein noch versicherbar sind. Heute wollen wir uns mit diesem Thema einmal ein bisschen näher befassen. Was viele so nicht denken: Ja, grundsätzlich sind fehlende Zähne versicherbar  und können auf verschiedene Art und Weise, durch Abschluss einer Zahnzusatzversicherung, im Nachhinein auf Kosten der Gesellschaft durch zum Beispiel ein Implantat ersetzt werden. Welche Möglichkeiten der Markt der Zahnzusatzversicherung hier bietet, wollen wir uns im Folgenden einmal etwas genauer anschauen.

Welche Bedingungen müssen erfüllt werden?

Grundsätzlich gilt, dass bis zu drei fehlende Zähne im Nachhinein versicherbar sind. Zwar gibt es auch Gesellschaften und Tarife, die einen Interessenten versichern, wenn mehr als drei Zähne fehlen. So nimmt die Stuttgarter Versicherung Interessenten mit bis zu vier fehlenden Zähnen auf. Zum Beispiel die Ergo Direkt oder die Universa, die keine Gesundheitsfragen im Antrag stellen, machen keinen Unterschied, ob Sie zwei, fünf oder gar sieben fehlende Zähne haben. Dies sind aber allesamt Tarife, die keine Kosten übernehmen wenn die Zähne schon vor Abschluss des Tarifs gefehlt haben. Ein weiterer wichtiger Punkt, den man unbedingt beachten muss ist, dass vom Zahnarzt noch nicht angeraten worden sein darf, dass der fehlende Zahn ersetz werden muss. Liegt also schon ein Heil- und Kostenplan vor, oder steht in der Akte eines Patienten, dass die Lücke durch zum Beispiel ein Implantat ersetz werden muss, so ist auch dieser Zahnersatz nicht mehr erstattungsfähig.

Fehlende Zähne durch Aufpreis versichern

Eine Möglichkeit, fehlende Zähne zu versichern, sind Tarife, die je fehlendem Zahn einen Aufpreis erheben. Diese Variante lohnt sich speziell für die Leute, die sich die Lücken relativ schnell schließen lassen wollen. Durch den Aufpreis, der zu entrichten ist, bleibt die Höchstgrenze – also die Verfügbare Summe in den ersten Versicherungsjahren – unberührt. Zwar muss man auch in diesen Tarifen erst einmal die Wartezeit hinter sich bringen und kann dann auch nicht gleich nach Beendigung der Wartezeit ein Implantat für grob 3000 EUR auf Kosten der Gesellschaft setzen lassen. Dennoch ist die Rechnung recht einfach: Bei der Hanse Merkur zum Beispiel hat man bei einem Beitrag von grob 30 EUR / Monat (inkl. Aufpreis), bis zum Ende des dritten Versicherungsjahres 1080 EUR bezahlt. Mit Beginn des vierten Versicherungsjahres hat man eine verfügbare Höchstsumme von 2400 EUR. Legt man nun die 90% Erstattung für Implantate zugrunde, sind 2340 EUR (90% von 3000 EUR abzgl. rund 400 EUR Kassenleistung) erstattungsfähig. Somit sind nur die 10% der Rechnungssumme, also 260 EUR selbst zu bezahlen. Zusammen mit den 1080 EUR, die man bis zu diesem Zeitpunkt an Beitrag bezahlt hat, muss man hier von 3000 EUR 1340 EUR aus der eigenen Tasche bezahlen. Ein durchaus faires Angebot!

Beispieltarife die Lücken mit Aufpreis versichern:

  • Hanse Merkur: Aufpreis je fehlendem Zahn von 1,50 EUR in den Tarifbausteinen EZ+EZT, bzw. 1,00 EUR im Tarifbaustein EZE.
  • Allianz: Aufpreis von 3,50 EUR je fehlendem Zahn.
  • Nürnberger: Aufpreis von 20% der eigentlichen Beitragsumme je fehlendem Zahn.

Fehlende Zähne ohne Aufpreis versichern

Eine andere Möglichkeit, ist ein Tarif abzuschließen, der keinen Aufpreis je fehlendem Zahn vorsieht. In diesen Tarifen ist dafür eine verminderte Höchstgrenze in den ersten Jahren in Kauf zu nehmen. Diese Variante ist dann besonders zu empfehlen, wenn man es mit dem Ersetzen des fehlenden Zahnes nicht ganz so eilig hat. Weiter ist diese Variante zu empfehlen, wenn nur eine Lücke vorhanden ist, die mit einem Zahnersatz geschlossen werden soll. Denn, diese Tarife setzen die Höchstgrenzen erst ab zwei fehlenden Zähnen herab. Mit lediglich einem fehlenden Zahn bleibt die Höchstgrenze in den ersten Jahren komplett unberührt. Unter berücksichtigung der tatsächlichen Leistungen, sind diese Tarife daher den Interessenten sehr zu empfehlen, denen nur ein Zahn fehlt. Nehmen wir hier zum Beispiel mal die AXA Versicherung. Bei einem monatlichen Beitrag von rund 20 EUR und einer Erstattungshöhe bei lediglich einem fehlenden Zahn von 3000 EUR ab dem dritten Versicherungsjahr, hat man bis dahin in den ersten zwei Versicherungsjahren 480 EUR an Beitrag bezahlt. Das Implantat, das nach Abzug der Kassenleistung rund 2600 EUR kostet, wird von der AXA, abhängig vom Bonusheft, bis zu 90% übernommen. Also 2340 EUR sind in diesem Fall erstattungsfähig. In Zahlen sieht das folgender Maßen aus: Kosten von 2600 EUR entstehen. Bei 2340, die die AXA übernimmt bleiben 260 EUR, die selbst zu bezahlen sind + bis dahin gezahlte Beiträge, ergibt eine Eigenleistung von 740 EUR. Anders schaut es dann bei zwei fehlenden Zähen aus. In diesem Fall setzt die AXA die Höchstgrenze im ersten Jahr von 1000 EUR auf 500 EUR herab. Gleichzeitig wird die Zahnstaffel von den ersten vier Versicherungsjahren, auf die ersten acht Versicherungsjahre erhöht. Ein Implantat ist hier ab dem fünften Versicherungsjahr abgedeckt, in dem man eine Erstattung von 2500 EUR zu erwarten hat. Da die AXA 90% bei einem Implantat erstattet – also 2340 EUR – sind hier 260 (10%) + der bis dahin bezahlte Beitrag von 960 EUR zu bezahlen. Also insgesamt1220 EUR. Auch hier gilt: Es lohnt sich.

Beispieltarife, die Lücken ohne Aufpreis versichern

  • Axa: Bei einem fehlenden Zahn im ersten Jahr 1000 EUR. Bei zwei oder drei fehlenden Zähnen 500 EUR. Zusätzlich wird die Zahnstaffel, also die Höchstgrenzen in den ersten Jahren, ab zwei fehlenden Zähnen, von vier auf acht Jahre aufgestockt.
  • Janitos: Bei einem fehlenden im ersten Jahr 1000 EUR. Bei zwei fehlenden Zähnen 300 EUR und bei drei fehlenden Zähnen 150 EUR.
  • Barmenia: Bei einem fehlenden Zahn im ersten Jahr 1000 EUR. Bei zwei fehlenden Zähnen 250 EUR und bei drei fehlenden Zähnen 150 EUR

Fazit

Wie man ab den oberen Rechnungen sehen kann, lohnt sich bei fehlenden Zähnen eine Zahnzusatzversicherung immer, sofern man diese ersetzen lassen will. Man muss sich nur überlegen, ob man sich damit Zeit lassen kann oder das recht schnell erledigt haben möchte. Da aber eine Zahnzusatzversicherung dennoch eine solide Absicherung für die Zukunft sein soll, sollte man sich natürlich auch die anderen Leistungen wie z.B. die Erstattung bei Füllungen etc genauer anschauen. Da wird es dann mitunter schon ein wenig komplizierter. Aber genau dafür gibt es die Experten von INOVEXX, die immer den Überblick über die Tarife am Markt haben und gemeinsam mit Ihnen eine für Sie passende Zahnzusatzversicherung finden werden.
Oft hören wir aber von Kunden auch, dass sie das Geld dann doch lieber selbst ansparen, für den Fall, dass einmal ein Zahnersatz gemacht werden muss. Ich denke, diese Theorie wurde durch die oben stehenden Beispielrechnungen ganz gut widerlegt. Ganz abgesehen davon: Wer von denen, die das vorhaben, macht das wirklich? Und wer von denen muss nachher seinen Urlaub streichen, weil das ganze Geld für den Zahnersatz drauf gegangen ist.
Daher: Eine Zahnzusatversicherung lohnt sich immer. Ganz abgesehen davon, dass man einfach ein gutes Gefühl hat, wenn man sich darum keine Sorgen mehr machen muss.

Banner zahnzusatz.inovexx.de

2 Gedanken zu „Sind schon fehlende Zähne noch versicherbar?

    • Es kommt immer auf den Anbieter an. Sollten Sie eine Zahnprothese haben, dann haben Sie einen Lückenschluss. Künftige Behandlungen daran sind bei vielen Anbietern mitversichert. Wichtig ist jedoch, dass zum Zeitpunkt eines neuen Abschlusses keine Behandlung angeraten oder beabsichtigt ist. Sie haben dann Anspruch auf mindestens gleichwertigen Zahnersatz. Sprich Prothese für Prothese, es sei denn, dass aus medizinischer Sicht eine Prothese nicht mehr möglich wäre.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.