Pflegezusatzversicherung für junge Leute sinnvoll?

rollstuhl_frau_kleinEs ist ein schöner Sommertag. Sonntag. Der Planet sticht und verwöhnt uns mit wohligen 28 Grad. Logisch, dass man an so einem Tag nicht in der Wohnung bleibt, sondern raus geht und etwas die Sonne genießt. Man geht in den Park, setzt sich auf sein Fahrrad, geht an den Baggersee oder in’s Freibad. Nichts, was an so einem schönen Tag auf ein sich nahendes Unheil hindeutet. Doch dann passiert es – Schicksalsschläge melden sich selten vorher an – ein Unfall, ein Ausrutscher auf dem feuchten und glitschigen Steg am Baggersee. Querschnittsgelehmt. Ein Herzinfakt auf dem Rad, in der Mittagssonne bei km 25. Solche Schicksalschläge wünscht man niemandem aber sie passieren nunmal. Und dies ist keine Frage des Alters. Gerade junge Menschen machen sich um solche Situationen am wenigsten Gedanken. Wo man sich doch so jung, so starkt und oft auch unverwüstbar fühlt. „Ein Pflegefall? Ich? Ach hör auf, ich bin doch noch jung. Darüber mach ich mir dann mal als Renter Gedanken!“
Das Schicksal nimmt aber keine Rücksicht auf das Alter und so kann es jeden treffen. Wird man dann zum Pflegefall, kommen auf die Angehörigen immense Anstrengungen zu. Nicht nur in der Pflege der Person, auch und erst recht auf finanzieller Ebene.

Ab wann sollte man eine Pflegezusatzverischerung abschließen

Kurz und knapp gesagt – jetzt! Keiner weiß, ob und wenn ja wann er zum Pflegefall wird. Es kann im hohen Rentenalter soweit sein, dass man aufgrund einer Krankheit pflegebedürftig wird. Es kann aufgrund eines Unfalles jederzeit passieren. Es kann sogar passieren, dass man z.B. aufgrund eines Geburtsfehlers o.ä. als Pflegefall auf die Welt kommt. Was dann passiert, wenn man keine geeignete Absicherung hat, haben wir schon einmal in einem anderen Artikel detailiert erläutert. Es droht ein finanzielles Fiasko, dem man nicht mehr entkommen kann. Erst wenn alle Geldmittel aufgebraucht, alles Ersparte draufgegangen und nichts mehr zu holen ist, erst dann springt der Staat ein. Diesen ganzen Ärger kann man sich durchaus durch den Abschluss einer Pflegeversicherung sparen. Versichern heißt vorsorgen. Vorsorgen für eine würdevolle Zukunft im Pflegefall, statt dem sozialen Abstellgleis.

Welche Vorteile habe ich wenn ich in jungen Jahren einen solchen Tarif abschließe?

Denkt man voraus und kümmert sich auch schon in jungen Jahren, in denen man sich allgemein noch nicht so viele Gedanken über die Absicherung im Alter macht, um einen passenden Tarif und schließt eine Pflegezusatzversicherung ab, hat man dabei einige Vorteile.
Da die allermeisten Tarife in der privaten Pflegeversicherung nach Art der Lebensversicherung aufgebaut sind – das heißt die Beiträge ergeben sich nach dem Einstiegsalter und steigen nicht jährlich mit dem Lebensalter an – ist ein früher Einstieg insbesondere  ein Vorteil was den Kostenfaktor angeht. Zahlt ein 30 jähriger Mann rund 15 EUR im Monat, muss ein 50 jähriger schon mit einer monatlichen Beitragssumme von 30 EUR rechnen. Der 60 jährige kommt um einen Beitrassatz von rund 50 EUR im Monat nicht herum. Das ist Geld, dass man sich wahrlich sparen kann.
Ein weiteterer Faktor ist die Sicherung des Gesundheitszustandes. Jede Vorerkrankung führt bei Abschluss eines Tarifes zu Risikozuschlägen. Warum also warten, bis man schon die ein oder andere Vorerkrankung hat und nicht dann etwas abschließen, so lange man noch gesund ist?
Der wichtigste Grund ist der, über den es hier schon die ganze Zeit geht: Die Absicherung für den Fall, dass etwas passiert und die Pflegebedürftigkeit eintritt. Denn sind wir mal ehrlich. Nichts ist schlimmer, als wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist und es zu spät ist, zu handeln.

Fazit

Das Thema Versicherung wird wohl immer ein Thema sein, dass man oft auf die lange Bank schiebt. Erst recht, wenn es um etwas geht, das vermeintlich in weiter Ferne liegt. Doch die Argumente, dies schon im jungen Alter anzugehen und sich dann nicht mehr darum kümmern zu müssen, liegen auf der Hand. Rund 15 EUR im Monat tun den allermeisten nicht weh. Rund 50 EUR im Monat, mit 60 Jahren, kurz vor der Rente, schmerzen dagegen schon etwas mehr. Und was richtig schmerzt ist, wenn man ein Pflegefall ist und deswegen nicht nur sich, sondern auch die nahen Angehörigen an den Rand der finanziellen Möglichkeiten bringt.

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