Zahnzusatzversicherung – Stiftung Warentest vs. Ökotest

Vector icon of question mark with faceWenn wir uns heutzutage etwas anschaffen wollen, etwas einkaufen, müssen wir uns zu allererst eines – entscheiden. Unsere heutige Zeit bietet uns von den allermeisten Produkten, die wir käuflich erwerben können, eine wahre Fülle an verschiedenen Ausführungen und Modellen. „Schatz, bringst du mir bitte noch einen O-Saft mit, und ich habe vorhin auch vergessen eine neue Zahnpasta zu kaufen“. Schön und gut. Aber welcher O-Saft, welche Zahnpasta? Mit Fruchtfleisch oder ohne? Mit extra viel Kalzium? Von diesem Abfüller oder von jenem? Und die Zahnpasta, welche soll es denn sein? Mit Minze, mit auf dem Zahnschmelz reibenden Kügelchen, mit Fluorid…? Und auch wenn wir uns ein neues Auto kaufen oder den nächsten Urlaub planen. Es stellt sich immer wieder die selbe Frage. Welches Modell, welcher Hersteller? Welches Land? Strand oder Städtereise? Mit welchem Anbieter? Welches Hotel? Oder doch eine Ferienwohnung? Begeben wir uns auf die Entscheidungsfindung – ganz egal bei welchem Produkt – orientieren wir uns meist an einem: Wir wollen natürlich das Beste haben. Aus der reichhaltigen Auswahl das Beste heraus zu picken, ist unterdessen gar nicht so einfach. Wie gut, dass es da solche Magazine wie die Stiftung Warentest oder auch Ökostest gibt. Sie testen für uns Verbrauchsgüter und alles mögliche, was die Menschen konsumieren und nutzen. Doch können wir uns immer blind auf solche Testergebnisse verlassen? Ist denn das, was in diesem Test auf Platz 1 gelandet ist, für uns persönlich auch wirklich das Beste?

Im Test Zahnzusatzversicherungen

Selbstverständlich beschäftigen sich solche Tests auch immer wieder mit Versicherungsprodukten. Die meisten Menschen, die sich Gedanken um ihre Absicherung machen, verlieren bei der Fülle an Tarifen und dem vielen „Kleingedruckten“ recht schnell den Überblick. Da macht es natürlich durchaus Sinn, dass diese Magazine für ihre Leser diese Produkte testen, um ihnen auf diese Weise die Entscheidungsfindung etwas einfacher zu machen. So auch in der Zahnzusatzversicherung. Alle zwei Jahre im Frühjahr, knöpfen sich die beiden angesprochenen Magazine die aktuellen Tarife vor. Prüfen sie nach vorher festgelegten Maßstäben und bewerten sie schlußendlich für ihre Leserschaft. Und genau diese vorher definierten Maßstäbe sind der „Kasus knaxus“. Verschiedene Kriterien ergeben verschiedene Ergebnisse. Und so ist es keine Seltenheit, dass Tarife, die bei der Stiftung Warentest noch die vorderen Plätze belegt haben, sich bei dem Test von Ökotest, plötzlich im Mittelfeld wieder finden.

Die Kriterien

Die Stiftung Warentest hat in ihrem letzten Test vom Mai 2012 folgende Kriterien für ihren Test zugrunde gelegt:

  • Regelversorgung 10%
  • Privatversorgung ohne Inlays und Implantate 40%
  • Inlays 25%
  • Implantatversorgung 15 %
  • Jährliche Obergrenze 10%

Die Zeitschrift Ökotest bemängelt im Rahmen ihres Artikel zum „Test Zahnzusatzversicherungen“ aus dem Juli 2012, dass der Test der Stiftung Warentest sich besonders stark auf die Leistungen nach den ersten 5 Jahren bezieht, wenn die meisten Summenbegrenzungen bereits gefallen sind. Die jählichen Obergrenzen würden hier nur mit 10% in’s Testergebnis mit einfliesen.

Ökotest selbst gibt folgende Kriterien für ihre Prüfung aus und verzichtet hierbei auf die Angabe einer prozentualen Gewichtung:

  • Preisniveau
  • Tarif mit Altersrückstellungen ja / nein?
  • Erstattung Zahnreinigung
  • Erstattung Inlays
  • Erstattung Kronen
  • Erstattung Implantate
  • Erstattung Füllungen / Wurzelbehandlung

Fazit

Was spontan auffällt ist, dass entgegen dem Test bei der Stiftung Warentest, beim Urteil von Ökotest, auch die zahnerhaltenden Maßnahmen mit in die Bewertung mit eingeflossen ist. Nun ist es eben eine Frage der eigenen Bedürfnisse und Wünsche, ob diese Bestandteile einer Zahnzusatzversicherung für einen selbst einen entscheidenten Punkt ausmachen. Fragwürdig dagegen ist es, die sogenannte Regelversorgung eines Zahnzusatztarifes mit in die Bewertung einfliesen zu lassen. Zur Regelversorgung weiß Wikipedia folgendes: Unter Regelversorgung werden in der Gesetzlichen Krankenversicherung diejenigen Zahnersatzversorgungen verstanden, die das Wirtschaftlichkeitsgebot gemäß § 12 SGB V erfüllen. Die Regelversorgung ist also das, was die gesetzliche Krankenkasse als wirtschaftlich und unbedingt medizinisch notwendig betrachtet und damit auch in vollem Umfang bezahlt. Ein Punkt also, der in der Zahnzusatzversicherung mit ruhigem Gewissen außer Acht gelassen werden kann. Hat man eine Zahnzusatzversicherung, möchte man eine Besserversorgung haben, die über die Regelversorgung hinaus geht.
Wie oben schon beschrieben, bemängelt Ökotest, dass die verfügbaren Höchstsummen in den ersten Jahren von der Stiftung Warentest zu gering gewichtet wurden. Auch hier kann man geteilter Meinung sein. Im Grunde ist die Zahnzusatzversicherung eine Vorsorgemaßnahme und sollte auch dann schon abgeschlossen werden, wenn die Zähne noch gesund und in Ordnung sind. Sogesehen sollte in den ersten Jahren auch keine größere und wirklich kostenintensive Maßnahme zu erwarten sein. Klar, kommen kann natürlich immer und jederzeit etwas. Aber hier ist man in den guten Tarifen, die meist 4.000 in den ersten vier Jahren zur Verfügung stellen, grundsätzlich auch ganz gut abgesichert.
Man kann es drehen und wenden, wie man möchte. Diese Tests sind allenfalls ein Gradmesser, ein Anhaltspunkt. Aber noch lange kein Maßstab dafür, was man nun abschließen soll, um damit die Absicherung zu erhalten, wie sie individuell gewünscht ist. Vielmehr sollte man die Kriterien und Maßstäbe hinter einem solchen Test verstehen und für sich bewerten können. Es ist kein Fehler, sich vorab anhand dieser Test zu orientieren. Aber machen sie nicht den Fehler und entscheiden sich auf Basis dieser Bewertungen. Am besten Sie wenden Sich an einen Experten, der einzeln und individuell auf Ihre Wünsche eingehen kann und zusammen mit Ihnen eine Absicherung findet, so wie Sie sich diese auch wünschen. Und sie können sich sicher sein, in den meisten Fällen entscheiden Sie sich dann doch für ein Produkt, dass eben nicht auf dem ersten Platz gelandet ist. Genau deshalb, weil eben individuell auf Ihre Wünsche eingegangen wurde.

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